Stuttgarts Lichtorte

Stuttgart: 5.-7. Dezember 2025

Stuttgarts Orte einer Lichtsphäre 

Rudolf Steiners Wirken bis in unsere Zeit  einer erneuten Weltendämmerung 
 

Wie jedes Jahr weitet sich zur Weihnachtszeit der geistige Raum in der dunkelsten Nacht zu einem Lichtraum des Friedens – selbst in der gegenwärtigen Zeit der Krisen und Kriege. Es ist, als würde dieser Raum sich in einer tiefen Innerlichkeit öffnen. In Stuttgart wollen wir Orte aufsuchen, die einst auf besondere Weise daran teilhatten. Es sind Orte, an denen Rudolf Steiner in der Reformphase nach dem Ersten Weltkrieg wirkte.

Zusammen mit Pionierpersönlichkeiten der anthroposophischen Bewegung initiierte Rudolf Steiner in Stuttgart die weltweit erste Waldorfschule, begleitet von einer Lehrerausbildung, sowie alternative Medizininstitute, einen Verlag, das Eurythmeum als Ausbildungsstätte für eine neue Bewegungskunst und theologische Kurse, aus denen später die Christengemeinschaft in Dornach hervorging.

Auch wenn mit den Nationalsozialisten eine Gegenströmung aufkam, veränderte sich zwar das Wirken dieser Geistessphäre, nicht aber ihr Kern. Im Zuge der Gleichschaltung wurden Waldorfschulen geschlossen, und schließlich wurde auch die Christengemeinschaft verboten. Deren führende Pfarrer blieben von Gefängnis und sogar KZ-Aufenthalten nicht verschont. Aus den Gründungsimpulsen erwuchs dennoch eine Tragkraft im Dunkel der Zeit, die sich nach dem Krieg erneut entfaltete und die Zukunft in sich trug.

Auch die oppositionelle evangelische Kirche hatte auf ähnliche Weise Teill an diese Geisträume, insbesondere durch die Bildung der Bekennenden Kirche, zu der Persönlichkeiten wie Karl Barth oder Dietrich Bonhoeffer gehörten. Viele ihrer Mitglieder wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Nach dem Krieg übte die Bekennende Kirche maßgeblichen Einfluss auf die Neugestaltung der evangelischen Kirche aus. Deren Haltung mündete schließlich – angeregt durch Martin Niemöller – zum Stuttgarter Schuldbekenntnis in der Markuskirche.

An all diesen Stuttgarter Orten ist das Wirken einer Geistigkeit als Abdruck im Ätherischen spürbar – ein Appell an unsere Menschlichkeit in einer Welt der Polarisierung und des gleichzeitigen Wegsehens. Auch in diesem Jahr offenbart sich uns in der Weihenacht die Kraft des Friedens, die es zu empfangen gilt.

Beginn: Freitag  18 Uhr und Ende Sonntag ca. 15 Uhr, Kosten 200 Euro, Ermäßigung auf Anfrage.
Anmeldung: bei Ute Jonas, ute(dot)jonas(at)gmx(dot)de