Widerstand und Moral

Workshop Berlin: 16.-18. Oktober

Wiedergewinnung der Moral

Berlins Orte des Widerstands, Werte des Miteinanders
Seligpreisungen und künstlerische Impulse

Mit Wolfgang Schneider und Gunhild von Kries

Berlin, zwischen Ost und West zerrissen von NS-Diktatur, Weltkrieg und DDR-Vergangenheit, ist ein Brennglas moralischer Werte. Gewachsen aus dem kulturellen Aufbruch der Weimarer Republik in den 1920er-Jahren, dem Widerstand der NS-Zeit und der DDR-Opposition, haben sich ethische Werte eines geistig-sozialen Miteinanders entwickelt.

Die historischen Orte des NS-Zeitgeschehens erinnern an das unterschiedliche menschliche Ergreifen des Widerstands – von der Roten Kapelle und dem Kreisauer Kreis über den Stauffenberg-Kreis und die Arbeiterbewegung bis hin zur Bekennenden Kirche und der Swing-Jugend. Sie bewahren die geistigen Werte von Humanismus, Gewissensfreiheit und unantastbarer Menschenwürde, wie den Hunger nach Gerechtigkeit oder das Einstehen füreinander.

Orte des DDR-Zeitgeschehens erinnern an die Vielschichtigkeit der Opposition: vom Volksaufstand des 17. Juni, der Fluchthilfe und der kirchlichen Opposition über die Friedens- und Umweltbewegung bis hin zu kritischen Künstlern und der Friedlichen Revolution, die am 4. November 1989 zu der historischen Massendemonstration auf dem Alexanderplatz führte. Sie bewahren die Werte von Freiheit, Mitbestimmung, Basisdemokratie und Zivilcourage. Getragen von der Gewaltlosigkeit, wurden sie zu Friedensstiftern, die eine Diktatur ohne Blutvergießen überwanden.

Führt die heutige Protestkultur dieses moralische Erbe fort? Im historischen Widerstand riskierten Menschen ihr Leben für die Würde anderer. Bewegungen wie Fridays for Future fordern heute eine moralische Verantwortung zum Schutz der Erde ein, die Schöpfung für kommende Generationen zu bewahren. Die modernen Montagsdemonstrationen zeigen dagegen ein auseinanderstrebendes Bild, in dem berechtigte soziale Sorgen und laute Systemkritik sichtbar werden.

Die historischen Orte Berlins sind Brücken zwischen den Epochen, geistig getragen von gegenseitigem Respekt, einer Barmherzigkeit für den Anderen und der Verantwortung für unser Miteinander. In diesen geistigen Aspekten menschlicher Werte spiegeln sich die Seligpreisungen als Worte der Bergpredigt. Wie eine Sphäre, die sich ausbreitet – in der Vergangenheit der totalitären Regime, als Gegenwelten des Erdinneren, auch die Proteste unserer Zeit durchdringend und eine Zukunft der Moral verwirklichend. Durch ein inneres Erfahren und Bewusstwerden mit den Worten Christi an den Orten der Vergangenheit breiten wir den moralischen Zukunftsraum aus.

Gunhild von Kries’ besonderes Empfinden für die Zeit und die von ihr selbst entwickelten Saiteninstrumente „Tähtivirta“ (Sternenstrom) begleiten uns und ermöglichen, in diese Räume heilsam hineinzuwirken.


Beginn: Freitag von 18-21 Uhr. Ende Sonntag ca. 16 Uhr
Einführung: Seligpreisungen, Mariengesten und Erdinnensphären.
Ort: Rudolf Steinerhaus Berlin, Zweigraum
Bernadottestraße 90/92 14195 Berlin

Samstag und Sonntag: Wahrnehmungsübungen an historischen Orten des Widerstandes.

Kosten Vortrag: Spende
Kosten Seminar: 150,-€, Ermäßigung auf Anfrage möglich
Fragen und Anmeldung: jana(dot)rieger(at)web(dot)de